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Privatjets vs Linienflieger

Wieso fliegst du nicht mehr auf Privatjets Marie? Wie wars in der Executive Fliegerei? Waren die Passagiere nett?

Vielleicht haben es einige von euch mitbekommen, ich bin für ca 9 Monate mit Privatjets durch die Weltgeschichte geflogen. Ich habe die Linienfliegerei hinter mir gelassen und für kurze Zeit Kaviar und Champagner über den Wolken serviert! 

Aber warum bin ich nun wieder dort wo ich angefangen habe? Auf Airbussen die durch Europa fliegen? 

A dream came true..

Seit ich mit angefangen habe zu fliegen (2010) hat es mich gereizt auch mal in einem Privatjet zu arbeiten. Das noble Interieur, die Destinationen und das Klientel haben mich interessiert und von meiner Vergangenheit in der gehobenen Gastronomie, wusste ich dass ich gut damit umgehen kann und es mir einen Riesen Spaß macht meine Gästen den bestmöglichen Service zu bieten.

Das arbeiten an sich ist auch wirklich spannend! Man hat oft die gleichen Passagiere und hat eine sehr große Freiheit das Service betreffend. Genauer gesagt ist man für das Service komplett allein verantwortlich. Der Gast gibt vor ab bescheid was er gerne essen möchte oder was eben gar nicht (Unverträglichkeiten etc.) Daraufhin erfährt man das Budget welches man zur Verfügung hat und bestellt ein zusammengestelltes Menü bei einem Caterer. Was ich super cool fand ist, dass man auch selbst einkaufen gehen kann und die Dinge dann selbst am Flieger mitnimmt – das kannte ich von der Linienfliegerei gar nicht. Allgemein liebe ich es ja in Lebensmittelgeschäften herumzustöbern <3 So ist es auch mal vorgekommen dass ich bei meinen 5 Tägigen London Aufenthalt jeden Tag ca 2 Stunden im Whole Foods war!

 Die Destinationen sind sicher ein Riesen Plus Punkt der FÜR die Executive Fliegerei spricht – man fliegt überall dort hin wo der Gast hin will! Je nachdem auf welchen Flieger man kommt, kann das ein Ziel auf der ganzen Welt sein! Schon so spannend wenn man nicht weis ob man morgen in New York, Paris oder auf den Malediven aufwacht! 

Die Schattenseiten

Man könnte sagen die Plus Punkte sind auch gleichzeitig die Schattenseiten des noblen Privatjet Fliegens. Je nach Vertrag hat man immer eine gewisse Zeit ON und gewisse Tage OFF, bei mir waren es 19 On Tage und 11 OFF Tage. An diesen 19 Tagen wusste ich eben nicht wo ich am nächsten Tag aufwachen werde, was meine Nerven ziemlich strapaziert hat. Ich bin ein absoluter Planungsmensch, nicht zu wissen was in den nächsten 19 (!!!) Tagen passiert war für mich der Horror. Da half es auch nichts dass ich teilweise am Strand war oder wie gesagt im super coolen London!

Abgesehen davon dass man super flexibel sein muss ist man die meiste Zeit allein mit dem Cockpit, also CoPilot und Kapitän. Das war für mich jz kein großes Problem aber manchmal hätte ich mir schon ein bisschen Giropower gewunschen!

Man hat zwar super viele Freiheiten das Catering betreffend aber man ist eben auch nur für diese Zuständig. Falls sich schon mal jemand mit dem Beruf eines Flugbegleiters auseinander gesetzt hat, der weis wie wichtig die Sicherheit ist und die Schulung der einzelnen Crew Mitglieder. Die Prozesse einer Airline sind mir sehr abgegangen. Außerdem ist mir vorgekommen dass ich langsam verblöde beim ewigen Champagner shoppen.  Das ist zwar am Anfang cool, nach dem 2. Mal aber schon gar nicht mehr so spannend..

Back to the Roots – Airline 

Nach 7 Jahren auf der Linie ist es ziemlich schwer gewisse Prozesse so einfach abzulegen. Ich dachte zwar zuerst dass genau die mir nicht abgehen werden aber es kam genau umgekehrt! 

Ich war bei Niki bis zum Schluss Crew Trainerin für Flight Safety, Security etc. dh ich habe neue Flugbegleiter eingeschult und langjährige Crewmitglieder 1x im Jahr bei einem sogenannten Recurrent Training trainiert. Diese Tätigkeit hat mir immer einen Riesenspaß gemacht. Die Abwechslung von schulen und fliegen waren perfekt für mich! Die Möglichkeit dies wieder zu machen, zauberte ein sehr großes Lächeln in mein Gesicht – als ich dies bemerkte war meine Entscheidung eigentlich getroffen.

Der Zusammenhalt einer gesamten Crew ist einfach unbeschreiblich. Die Abläufe (Procedures) und wie diese eingehalten werden ist ziemlich beeindruckend. Der Dienstplan der einmal im Monat kommt und dann im besten Fall auch so bleibt. Auch bei einer Airline muss man flexibel sein und sich zB an die Zeiten anpassen oder darf nicht verzweifeln wenn man mal Verspätung hat, jedoch hält sich das im Vergleich sehr in Grenzen! 

Langstrecke?

Für viele Leute die überlegen Flugbegleiter zu werden ist natürlich die Langstrecke ein großer Reiz. Warum ich mich nicht für eine Airline entschieden habe die Langstrecke fliegt? Ganz einfach weil es mich nicht allzu sehr reizt. Hat es noch nie! 

Ich fliege super gerne weit weg wenn ich Urlaub habe. Nehme meine liebsten mit und verbringe dort eine schöne Zeit – ohne Zeitdruck!

Man darf nicht vergessen dass man auch auf einem Overnight im Endeffekt mit der Arbeit dort ist. Man hat oft nur mehr 24h Zeit und sollte diese dann auch dazu nutzen wieder fit für den Rückflug zu sein. Ich möchte meinen Körper nicht mit Schlafmittel füttern (anders würde ICH es wahrscheinlich nicht aushalten) nur damit ich meinen gesamten Freundes und Bekanntenkreis ein super leckeres Dressing aus NY mitnehme oder ein paar coole Bilder in LA machen kann. Ich bewundere alle Flugbegleiter die das schon seit Jahren durchziehen und freue mich für jeden der auf der Langstrecke seinen Traum erfüllen konnte. 

Insgesamt finde ich beide Jobs wirklich schön und aufregend! Also Executive und Linie (egal ob Langstrecke oder Kurz und Mittelstrecke)! Die Executive Fliegerei ist halt fancier und man sieht wahrscheinlich in kurzer Zeit mehr von der Welt als auf der Linie – sie hat aber mit der Fliegerei in meinen Augen nicht allzu viel zu tun. 

Auf der Linie bekommt man vieles mit was mit der Fliegerei zu tun hat, wie funktionieren die Abläufe am Boden (Beladen des Flugzeuges, Betanken, Passagierhandling etc) man lernt viel mehr und hat einen größeren Aufgaben und Verantwortungsbereich.

Ob Langstrecke oder Kurz und Mittel muss glaub ich jeder für sich entscheiden und kommt glaube ich auch auf die persönliche Situation an. Mit 19 ist es sicher noch um einiges leichter ein paar mal im Monat über den großen Teich zu fliegen als vielleicht mit 39.

Ich hoffe der Beitrag hat ein wenig Licht in die verschiedenen Arten den Fliegens gebracht! Solltet ihr noch Fragen haben, könnt ich mich jederzeit fragen!!

xxx marie   

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Comments (2)

  1. Ich bin ein sehr großer Fan von dir & verfolge dich auch schon recht lange auf Instagram. Aber ich finde es gerade ungerecht dass du sagst dass jeder FB der Langstrecke fliegt seinen Körper mit Schlafmitteln füttert, für Fotos oder Shopping. Ich fliege auch Langstrecke & komme ausgezeichnet ohne das zurecht. Ist ja in Ordnung wenn es nichts für dich ist, aber ich finde es absolut nicht ok das so darzustellen als würden wir nur Schlafprobleme haben & uns komplett kaputt machen für ein paar Fotos. Je nachdem wie gut es mir geht, entscheide ich was ich mache. Für mich wäre die Fliegerei auch nichts ohne Layover, aber ich pauschalisiere dich nicht. Finde ich jedenfalls sehr schade, da ich dich immer als einen sehr offenen Menschen gesehen habe der nicht gegen andere Airlines & Flugbegleiter hetzt. Sehr schade.

    1. Vielen lieben dank für dein Kommentar Sophia! Ich glaube du hast mich falsch verstanden, ich habe versucht dass ein bisschen überspitzt darzustellen! ich habe sehr sehr großen Respekt vor allen Flugbegleitern die Langstrecke fliegen! Ich habe viele Freundinnen und Freunde die bei der AUA oder LH fliegen und ich weiß dass niemand von ihnen Schlafmittel nimmt! Ich wollte es lediglich etwas überspitzt darstellen aber ich versteh deine Meinung und entschuldige mich falls ich dich damit verletzt habe! GLG & happy landings xx Marie